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Jessica Dehn
04.10.2019

Bräuche und Traditionen

brauchtum herbst panorama tradition
Bayern ist weltweit bekannt und ein Jeder denkt gleich an Lederhosen und Dirndl, Weißwurst und Brezn sowie Maßkrüge und Bierzeltfeste. Aber warum ist das so? Warum ist Bayern ein Sinnbild für diese Dinge?
Ich denke es liegt daran, dass in Bayern die Traditionen und Bräuche einfach noch gelebt werden. Brauchtum hat einen hohen Stellenwert und wird von Jung wie Alt gleichermaßen gepflegt. Die vielen Feste, wie das Dorffest oder das Maibaumfest sind authentisch und selbst die Kleinsten werden mit den gelebten Traditionen groß. So auch in Inzell. Inzell blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und bis heute haben sich althergebrachte Bräuche gehalten.
Ich durfte an einem Wochenende einen Teil dieser Traditionen kennenlernen und war mit der Kamera bewaffnet in Inzell unterwegs. Neben kurzen Gesprächen mit ortsansässigen Personen, die nah mit der jeweiligen Tradition verbunden sind, konnte ich auch einen Eindruck gewinnen, wie es ist live dabei zu sein. Sei es festlich und religiös beim Erntedankgottesdienst oder doch eher actionreich und unterhaltsam beim sogenannten Ranggeln – an diesem Wochenende habe ich einige neue Erfahrungen gemacht.
Von Schützen - über Trachten - und Musikvereinen
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den bayerischen Schützenvereinen. Die Gebirgsschützen dienten zur Landesverteidigung und ihre Geschichte reicht weit zurück. Heutzutage gibt es noch einige Kompanien im alpenländischen Raum und jede trägt eine ortstypische Tracht. Die weißblauen Armbinden sind jedoch ein typisches Merkmal, die alle gemeinsam haben. So trägt unter anderem auch die Gebirgsschützenkompanie Inzell dazu bei, die bayerische Volkskultur zu bewahren. Der christliche Glaube spielt dabei eine große Rolle. Es gibt viele Patrone, die als Schutzheilige für die unterschiedlichen Bereiche gelten. Somit ist die Brauchtumspflege eng mit dem katholischen Glauben verbunden. Die Patrona Bavariae, die Mutter Gottes ist zum Beispiel die Schutzfrau der Schützen.
Die bayerische Tracht, die ebenfalls auf die lange Geschichte der Gebirgsschützen zurück zu führen ist, ist vermutlich die bekannteste Art von gelebter Tradition. In einfacher Form gesagt: Lederhosen, Haferlschuhe sowie einen Hut mit Gamsbart für die Herren und Dirndl mit Trachtenbluse und Schürze für die Damen. Es gibt kleine aber feine Unterschiede bei den Trachten. So hat jede Region ihre speziellen Verzierungen oder Kopfbedeckungen, die sich von anderen unterscheiden.
In heutigen Zeiten pflegen Trachtenvereine diese Traditionen. Der GTEV  D´ Falkastaoner Inzell hat sich somit auch zur Erhaltung dieser Gebirgstracht verschrieben. Sie beteiligen sich ebenfalls an den vielen Festen und kirchlichen Anlässen im Ort. Schuhplatteln und verschiedene Tänze sind dabei ein fester Bestandteil. Aber was wäre ein Fest ohne die richtige musikalische Begleitung. Die Musikkapelle Inzell sorgt das ganze Jahr für die passende Unterhaltung und spielt auf den verschiedensten Veranstaltungen. Sie ist sogar nachweislich die älteste Musikkapelle Oberbayerns und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Erntedankfest
Das Erntedankfest wird weit verbreitet gefeiert. Die Kirchen werden geschmückt und es wird für die Ernte des vergangenen Jahres gedankt. Normalerweise findet das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober statt. Inzell bildet hier aber eine Ausnahme.
Der feierliche Erntedankgottesdienst wird hier früher gefeiert. Zum einen möchte man die noch vorhandenen Blumen und Früchte zur Dekoration der Kirche nutzen, zum anderen ist der Pfarrer ebenfalls für die Nachbargemeinde Weissbach zuständig und hier findet der Gottesdienst Anfang Oktober statt. So hat man dieses Brauchtum kurzerhand vorverlegt.
Ich konnte einen Teil dieser Tradition hautnah miterleben. Der Einmarsch der Gebirgsschützen und die auffällige Tracht der Ortsbäuerinnen, mit schwarzen Hüten und Flechtfrisuren zeugen davon, dass diese in Inzell nach wie vor gelebt wird. Die Ortsbäuerinnen kümmern sich unter anderem um den aufwendigen Kirchenschmuck. Eine vielfältige Auswahl an Obst und Gemüse wird dekorativ in Form eines Erntedankaltars arrangiert. Über dem Altar hängt eine Erntekrone.

Schutzpatrone

Zusätzlich zu der Trachten- und Schützentradition gibt es aber auch noch andere Bräuche, die in dieser Region bewahrt wurden.
Der Almabtrieb des Viehs wird zum Beispiel bis heute vielerorts gefeiert. Festlich geschmückte Kühe werden im September von den Almen zurück ins Dorf in den heimischen Stall getrieben. Eng verbunden mit dem kirchlichen Brauchtum ist wiederum der Leonhardiritt, der dem Schutzpatron des Viehs vor allem der Pferde, St. Leonhard, gewidmet ist. Auf schön geschmückten Pferden geht es – natürlich in Tracht – durch das Dorf zur örtlichen Kirche, wo die Tiere vom Pfarrer gesegnet werden. Anders in Inzell. Hier findet wohl der in Bayern einmalige Michaeliritt statt. Am letzten Sonntag im September nehmen aufwendig geschmückte Pferde mit ihren Reitern oder Kutschern am Umzug durch Inzell mit Segnung an der Kirche teil.
Aber warum heißt es Michaeliritt? Da es Anfang November, wenn der Leonhardiritt stattfinden würde, bereits den ersten Schnee in Inzell gab suchte man nach einem anderen früheren Termin. Es bot sich der Tag des Heiligen Michael an, der der Schutzpatron der Inzeller Pfarrkirche ist. So entstand der einzigartige Michaeliritt, der heute noch viele Besucher anlockt und ein fester Bestandteil der Inzeller Traditionen ist.
Kirchengeschichte
Es gibt noch eine weitere Besonderheit in Inzell. Der Einsiedlerhof und die St. Nikolaus Kirche. Bereits im 12. Jahrhundert wurde in Inzell das Anwesen Einsiedl samt Kirche erbaut. Der Hof und die Kirche gehören somit zu den ältesten Gebäuden Inzells und haben dank guter Hege und Pflege viele Jahre überdauert.
Alpenländischer Sport – das Ranggeln
Eine ganz andere Tradition ist hingegen das sogenannte Ranggeln. Es ist ein besonderer Brauch im alpenländischen Raum und eine der ältesten Sportarten in der Alpenregion. Ich konnte beim Finale des internationalen Alpencup-Ranggeln im Inzeller Kurpark dabei sein. Hier treffen sich die besten Ranggler aus den vier bestehenden Rangglerverbänden im Alpenraum: Salzburg, Tirol, Südtirol und Bayern.
Ähnlich wie beim Ringen treten zwei Ranggler gegeneinander an und versuchen sich auf den Boden zu werfen. Gewonnen hat derjenige der seinen Gegner auf beide Schultern werfen kann.
Auffällig ist die besondere Kleidung bestehend aus Hemd und langer Hose aus festem Leinen sowie einem Gürtel. Der Ranggelplatz wird wie auch früher schon mit Sägemehl ringförmig auf eine Wiese markiert. Es gibt Jugendklassen und Leistungsklassen. Kampfzeit ist bei den Kindern und Jugendlichen 5 Minuten und bei den Leistungsklassen 6 Minuten. Nur die Sieger aus den jeweiligen Kämpfen kommen eine Runde weiter. Diejenigen die verloren oder unentschieden gekämpft haben scheiden aus dem Wettkampf aus. Gewichtklassen gibt es keine. Selbst die Kleinsten versuchen sich bereits in dieser altertümlichen Sportart und es ist eine Schau ihnen dabei zu zusehen.
Weitere Informationen:
Weitere Infos zum Blogbeitrag: jessica-dehn-fotografie.de

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