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Verena Schedl
10.12.2017

Inzell, wer bist du eigentlich?

Ich bin in Tirol aufgewachsen. Im Alter von 3 Jahren stand ich auf Skiern. Pumuckl Skiern um genau zu sein. Auf dem Hang hinter meinem Elternhaus lernte ich, Geschwindigkeit aufzunehmen und dabei Balance zu halten. Funktionierte irgendwie und ich kam mir vor wie Toni Sailer höchstpersönlich. Oder Annemarie Moser-Pröll. Hauptsache Vollgas. Eines Tages unternahmen wir einen Ausflug "in die deutschen Alpen", wie mein Vater sie nannte und meinte damit die Chiemgauer Alpen. Genauer gesagt meinte er damit Inzell und die Lifte Schneewinkel, wo wir uns zum Skifahren mit Freunden meiner Eltern treffen sollten. Inzell also. Ein Ort in Deutschland. Zu jener Zeit vor den offenen Grenzen war die Anreise von meinem Heimatdorf (Kitzbühel) aus ja wirklich noch ein Abenteuer. Über Waidring ging's erst mal nach Unken, wo wir kurz vor Schneizlreuth einem gut gelaunten, bayrischen Grenzpolizisten unsere Ausweise zeigen mussten. "Zum Skilaffa noch Inzai außa. Servus mitnond und vui Spass." Das erste Mal vernahm ich bayrischen Dialekt und wurde nervös. Ging's doch tatsächlich "ins Ausland" zum Skifahren. Inzell also. Angekommen am Parkplatz wurden wir bereits von in Skischuhen gestiefelten Freunden samt Kindern erwartet. Leider musste ich im Verlauf des Tages erfahren, dass ich bei weitem nicht Toni Sailer oder Annemarie Moser-Pröll war und noch ganz am Anfang meiner Skifahrkarriere stand. Dafür war die anschließende Rast und Stärkung im Forsthaus Adlgaß eine der schönsten Erlebnisse überhaupt. Irgendwann, besuchte ich Inzell wieder und verliebte mich sofort in den Ort. Aber wovon spreche ich da gerade? Inzell? Chiemgauer Alpen? Skifahren?

Hier mal als Einstieg ein paar "Hard-Facts" über Inzell, die der ein oder andere vielleicht so noch gar nicht kennt:

Inzell gehört zum Landkreis Traunstein und findet sich inmitten der Chiemgauer Alpen. Umrundet wird es vom Rauschberg, Zinnkopf, Falkenstein, Kienberg und dem Staufen. Rund 5.000 Einwohner leben in Inzell, das 693m über dem Meeresspiegel liegt (Standort Rathaus). Inzell ist mittlerweile 840 Jahre alt und seit 1195, durch Abtrennung von Vachendorf, eigenständige Pfarrei. Woher kommt nun aber der Name "Inzell"?

Diese Entstehung geht weit ins Mittelalter zurück, als noch Ritter und Burgfräuleins unsere Gegend bewohnten. Zu dieser Zeit wanderten unzählige Mönche durch die Länder, um ihren Glauben weiter unters Volk zu bringen. Rund um das heutige Inzell fanden sich etliche sogenannte Zellen, die den Christlichen als dauerhaften Wohnsitz dienten. Darunter gab es unter anderem die "innere Zelle", die schlussendlich zu Inzell wurde.

Inzell's Wappen zeigt auf rotem Hintergrund einen silbernen Fisch (ich als Fischerin würde mal schwer auf eine Äsche tippen...), darunter kreuzt ein silberner Schlägel einen silbernen Bergmannshammer. Haben die Inzeller also gefischt und irgendwas mit Bergbau vollbracht? Hm, ja so ähnlich. Nicht ganz. Also: Die Symbole erzählen Geschichte, wurde der Fisch doch aus dem Wappen des Klosters St. Zeno übernommen mit dessen Gründung die Entstehung von Inzell vor rund 840 Jahren begann. Die Bergmannswerkzeuge weisen auf den früheren Bergbau in Inzell hin: am Kienberg wurden Blei und Zink abgebaut und in Schmelz (Ortsteil von Inzell) Erz aufgeschmolzen.

Dass die Inzeller jeher fleißige Leute waren, zeigt sich heute noch: etliche Rohre, die vor allem entlang des Salinenweges verlaufen, erinnern an den Transport von Salz von Bad Reichenhall nach Traunstein, welcher schon zu frühester Zeit den Bewohnern als Ertragsquelle diente. Und dann gäbe es auch noch etliche Geschichten zu den Holztransporten. Aber dazu mal in einem gesonderten Beitrag.

Über die Entstehungsgeschichte des Ortes, den Bergbau, den Salz- oder Holztransport denkt man aber wahrscheinlich nicht zu allererst, wenn man Inzell hört. Zumindest dachte ich nicht an solche Themen. Sondern???? Natürlich ans Eislaufen. An Anni Friesinger. An Claudia Pechstein. An Eisschnelllauf. An Kufen, wie sie feine Linien ins Eis zeichnen. Aber von vorne.

Ca. 5km von Inzell entfernt liegt der Frillensee, der kälteste See auf dieser Höhe in Mitteleuropa. Besonders an ihm ist, dass er von der Mitte aus zufriert und das meist schon im November. Ein See, der ab November verlässlich zufriert, eine tolle Fläche zum Laufen bietet und dessen Eisdecke auch noch stabil zu sein scheint? Perfekte Voraussetzungen für die Errichtung eines Zentrums des deutschen Eisschnelllaufsports. So geschehen Ende der 50er Jahre. Damit war der Grundstein für Inzell und seinem Weltruf hinsichtlich Wintersport gelegt. Heute gibt es die Max-Aicher Arena. Eine Kunsteisbahn. Über diese werde ich euch ebenso in einem separaten Beitrag berichten.

Nun muss ich aber zu einem Ende kommen, denn eigentlich wollte ich euch nur die "Hard Facts" darlegen. Und ihr seht, der Beitrag ginge wohl noch endlos weiter. Denn Adlgasser, Mozart & Co habe ich noch nicht mal erwähnt. Mehr dazu aber später! Viel Spass mit meinen Einblicken zu Inzell und ich hoffe doch sehr, dass sich der ein oder andere ebenso mal auf Erkundungstour machen wird.

Bei Fragen helfe ich gerne
Inzeller Touristik Renate Mayer_9517
Renate Mayer

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