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Moor

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Verena Schedl

Wusstet ihr, dass Wien im Chiemgau liegt?

Was hat sie denn nun schon wieder? Dieser Ösi kennt sich ja gar nicht aus. Jetzt soll Wien schon im Chiemgau liegen, direkt neben Inzell? Hm, wenn man auch nur über geografische Grundkenntnisse verfügt, erscheint diese Aussage etwas gewagt. Was ich damit meine? Lest selbst :-).

Vor kurzem unternahmen meine drei Männer und ich eine sonnige Herbst-Radtour von Siegsdorf nach Inzell, weit ab vom Verkehrslärm, vorbei an wunderschönen Bächen, entlang an Teilabschnitten des Salinenweges, wo früher weißes Gold transportiert wurde. Wien ließen wir erst mal links liegen, passierten des Weitern das Inzeller Moor bis wir schlussendlich am Gasthof Kienberg einfielen und uns stärkten. Aber von vorne.

Die Skier sind zwar schon gewaxt und warten auf ihren Einsatz, aber noch lässt der richtige Winter etwas auf sich warten. So beschlossen wir Mitte November kurzerhand, dass wir, bevor Inzell in dicke, weiße Watte gepackt wird, nochmal mit den Rädern auf Erkundungstour gehen. Von Siegsdorf aus fahren wir den ausgeschilderten Radweg Richtung Inzell entlang, der uns erst mal durch ein durchwachsenes Waldstück leitet und uns schließlich an einem schön geteerten und breiten Weg ausspuckt. Von dort aus geht es ebenerdig, ohne Anstieg, weiter Richtung Inzell. Auf unserem Weg kommen wir an Hammer vorbei und entdecken etwas Interessantes, was zum Stehenbleiben einlädt: ein sogenanntes Deicheldepot.

Was das ist? Auf dem ersten Blick meine ich vor einer alten Hütte zu stehen, die irgendwie nie richtig fertig gebaut wurde. Bei näherem Betrachten fallen mir jedoch Holzrohre auf. Jene Holzrohre, Deicheln genannt, durch welche ab dem 17. Jahrhundert bis ins Jahr 1912 von Bad Reichenhall über Inzell Salz nach Traunstein transportiert wurde. Für die rund 31km lange Soleleitung wurden die ca. 4m langen Fichtenstämme von Hand durchbohrt und in kleinen Weihern, den sog. Deichelbeizen, gelagert. Also im Wasser. Warum? Damit das Holz durch Wärme und Kälte nicht zu arbeiten beginnen und somit Risse erhalten konnte. In einem eigenen Beitrag werde ich euch die Geschichte des weißen Goldes und den Salinenweg später mal darstellen.

Die Kinder wollen sich nicht länger mit Geschichte aufhalten, sondern in die Pedale treten, was ausgenutzt werden muss. So geht unsere Tour weiter, bis wir nach ca. 20 min Kurblerei einen Ort erreichen, wo ich erst mal verharre. Willkommen in Wien. Wie Wien? Ich, als Österreicherin, muss lachen, stell erst mal mein Rad ab und spaziere zu einer kleinen Infotafel. Dort erfahre ich, dass die Kapelle in diesem Ortsteil namens "Wien" eine ganz besondere Geschichte erzählt. Aber mehr Infos dazu bald in einem separaten Beitrag!

Wien lassen wir erst mal Wien sein. Ohne Sachertorte und Lipizzaner, dennoch mit Charme und Geschichte. Unser Weg führt uns nun auf weite Flächen. Vor uns breitet sich die wunderschöne Talfläche des Inzeller Moores aus: Birkenbäumchen und einzigartige Hochmoorflächen erinnern an Schweden, der schon schneebedeckte Rauschberg blitzt in der Ferne hervor und ehe ich mich versehe, biegt mein 5-Jähriger Highspeed King Anton von der Straße weg, Richtung Moor und bleibt mit schlitternden Reifen vor einer Informationstafel stehen. Auf der Tafel finden sich diverse Infos zu dem Moorerlebnisweg Inzell, der unter anderem von hier aus entdeckt werden kann. Im Moor leben heute noch seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere - unter anderem Kreuzottern, Molche, verschiedene Eulenarten, aus der Eiszeit überdauernde Libellenarten, Falter und natürlich Rehwild. Auch typisch für das Inzeller Moor ist die Vielzahl bodenbrütender, seltener Vogelarten, die äußerst sensibel auf kleinste Störfaktoren reagieren. Daher empfiehlt es sich für Hundebesitzer immerzu, im Moor gut darauf zu achten, dass die vierbeinigen, meist sehr neugierigen Gefährten angeleint sind.

 

Manchmal würde ich meine kleinen Zweibeiner auch gerne anleinen können, denn sie sind kaum mehr von der Informationstafel wegzubringen. Ich muss äußerst tief in die "Weiter-geht's" Trickkiste greifen und werbe mit einer warmen Stube, gutem Kaiserschmarrn und reichlich Malunterlagen. Wir radeln weiter Richtung Inzell Down-Town, lassen das wunderschöne Moor hinter uns und kommen schlussendlich zum Gasthof Kienberg. Dort stärken wir uns mit Cordon-Bleu, Kaiserschmarrn und Wildbraten. Die ordentlichen Portionen gehen weg wie nix und Anton ist glücklich mit seinen Malutensilien. Diverse Nachwuchs - Eisschnellläufer aus ganz Europa treffen sich zeitgleich auf Pizza & Co und fangen zuletzt noch Konversation mit unseren Kindern an. Wir sind müde und treten auch bald die Heimreise an. Voller neuer Eindrücke einer Region, die so manche Überraschungen zu bieten hat. Mehr Infos zum Moor-Erlebnis-Pfad wie auch dem Salinenweg und der Kapelle in Wien erfahrt ihr bald in einem separaten Beitrag! Teile dieser Radtour sind ideale Spaziergänge für Jedermann, ohne aufwendige Anstiege, dafür mit umwerfendem Panorama und viel Geschichte!

Bei Fragen helfe ich gerne
Inzeller Touristik Renate Mayer_9517
Renate Mayer

Gästeinformation

+49 (0) 8665/9885-0